Fantastic Four

Fantastic FourFlame on! It´s clobberin´ time! I feel thin… sort of stretched, like butter scraped over too much bread. […]

Nun ist ja das Betreiben einer Website nicht gerade Hirnchirurgie, der Host ist nicht unbedingt eine Instanz der objektiven Konsequenz und in einer von Kurzlebigkeit und Hektik geprägten Zeit, in der man sich zum 5. (und sicher nicht letzten Mal) die Star Wars Trilogie, diesmal auf DVD, besorgt oder sich das ´White Album´ nach Vinyl, Kassette, CD, Laserdisc, DVD nun doch noch als mp3 (Glückwunsch an dieser Stelle zum Zehnjährigen des Standards ans Fraunhofer Institut) herunterlädt, ja in dieser verrückten Welt kann es schon mal passieren, dass beim Vergleich zweier Sommerblockbuster, die unterschiedlicher nicht sein könnten*, der eine ein Spielbergismus, der andere eine Comicverfilmung ein Unentschieden herauskommt. How come? (* Die beiden Filme könnten sehr wohl unterschiedlicher sein, aber ´die unterschiedlicher sehr wohl sein könnten´ würde noch seltsamer tönen. Hier übrigens noch die übrig gebliebenen Interpunktionen aus vorangegangenem Text: ,..,,….,.,..!. So zurück zum Wesentlichen und mal schau, was die Syntax so macht, wahrscheinlich nicht viel.)

Solche unverhältnismässigen Bewertungen stimmen ja im Grunde schon etwas nachdenklich und die Frage stellt sich, ob hier nicht Glaubwürdigkeit und Integrität aufs Spiel gesetzt werden. Glaubwürdigkeit und Integrität? Für solche Absonderlichkeiten haben wir auf nidwirkli.ch weder Zeit noch Geld.
In der Startaufstellung der Kassenschlager haben wir diesen Sommer auf der einen Seite ein ambitioniertes sorgfältig ausgearbeitetes Werk von Steven ´Peach Schnapps´ Spielberg, das knapp aber begründet den Titel Meisterwerk verfehlt und auf der anderen Seite ein mieses, kleines, wirklich ziemlich schlechtes Stück Zelluloid, das den Namen ´Fantastic´ nicht verdient, und was sagt die Bewertung auf der Kinokritikenseite deines Vertrauens dazu? Für beide Streifen gleichermassen mittlerer Durchschnitt im gefühlten Rating sowie Respekt bzw. Sympathie in den B-Noten.

Unterhaltung ist schon eine komische Sache. Obwohl ich jedem, den es interessiert (und auch allen anderen in Hörweite) bestätigen würde, dass ´War of The Worlds´ der um Welten bessere Film als ´Fantasic Four´ ist, vermag der Letztere trotz Mängeln in so ziemlich allen Bereichen auf weite Strecken zu unterhalten. Es ist eben so ein Ding mit Erwartungshaltungen: Ich hatte eine ziemliche Katastrophe erwartet, als ich den Kinosaal betrat. Man hatte doch so einiges schlechtes über ´Fantastic Four´ gehört. Und die Konsequenz, mit denen die einzigen zwei Trümpfe im Film verspielt werden (Man steckt Julian McMahon in eine Maske und macht Jessica Alba unsichtbar… c´mon?!) liess einen doch eher ratlos. Aber ist es nicht so, dass gerade in der salzigen Erde der absoluten Erwartungslosigkeit nur allzu oft ein Pflänzchen, das da heisst ´angenehme Überraschung´ aus der vernarbten Knospe des Understatements spriesst? (Uff, das war aber haarscharf am Pulitzer vorbei.) Im Falle von ´Fantastic Four´ ist dies der Fall, und Gefühl schlägt Verstand. Und Hand aufs Herz: Wenn Jessica Alba sich auszieht, ist doch egal, wenn die Logik des Films dabei flöten geht… Tschüss, soeben haben Literaturpreis und Niveau gemeinsam das Gebäude verlassen und die Frage, ob man schon in jungen Jahren Altherrenfantasien haben kann, bleibt zurück. [Hier je nach Wunsch ratloses Schweigen oder empörtes Kopfschütteln einfügen.]

Vor allem die doch recht witzigen Dialoge schaffen es, von der cinematischen Belanglosigkeit des Films abzulenken. Man merkt zwar ziemlich schnell, dass man sich hier qualitativ in vollkommen anderen Sphären als z.B. im grandiosen ´Batman begins´ wieder findet, trotzdem macht der Streifen irgendwie Spass. In Endeffekt hindern einem nur die Hauptcharaktere daran, gelangweilt den Kinosaal zu verlassen. Das sorglose Spiel des Quartetts vermag über die Länge des Films zu unterhalten. Belanglos zwar, aber nett. Allen voran Chris Evans (der mich die ganze Zeit irgendwie an Owen Wilson erinnerte) als Johnny Storm und Michael Chiklis (Ben Grimm), der trotz Gummigewand irgendwie sehr überzeugend daherkommt. Zwar hätte ruhig jemand Julian McMahon sagen, können, dass er den Film nicht so ernst nehmen soll, (falls er überhaupt gemerkt hat, dass dies keine Episode von ´Nip/Tuck´ ist.), aber jemand muss nun mal den Bösewicht spielen. Wäre ich nicht gerade in guter Ferienstimmung, müsste ich mich an dieser Stelle übrigens über die Art und Weise auslassen, wie unsachgemäss mit der Figur des Victor von Doom umgegangen wird und wie wenig der Charakter der Verfilmung meiner Meinung nach mit dem Comic zu tun hat. Wenigstens wurde wenigstens eine Variante der klassischen ´I´m leaving the Fantastic Four´ Handlungsstrangs angespielt, sonst hätte echt was gefehlt.

Aber lassen wir das mal und finden uns damit ab, dass in Zukunft Comicverfilmungen wohl in verschiedenen Klassen daher kommen werden. Einerseits als Event Movies erster Klasse, die sich, im Stile von ´Batman begins´ oder ´Spiderman´, bemühen, nicht nur als Umsetzung eines Comics eine gute Figur zu machen, sondern auch ein filmisch ein solides Erlebnis zu garantieren und andererseits eben der ganze Rest, der mehr Komik- als Comic ist, mehr Cartoon mit lebendigen Schauspielern als ernstzunehmendes Kinofilm, der den Namen auch verdienen würde. Wir werden sehen, zu welcher Kategorie ´Sin City´ gehört.

Kingdom of Heaven

Kingdom of HeavenHeaven. I´m in heaven, And my heart beats so that I can hardly speak.

Und ich dachte schon, meine Website hätte internationalen Ruf erreicht: Da kommentiere ich einen Schauspieler mal nicht ganz so nett wie üblich, in diesem Fall Lorenzo Lamas in der ‚The Merchant of Venice’ Kritik, und voilà, schon einige Wochen später reist der Betreffende in die Schweiz. Es hat sich dann herausgestellt, dass er und andere internationale Stars, oder besser gesagt, er und einige internationale Stars in die Schweiz zur Rose d’Or eingeflogen wurden. Dieses Missverständnis würde den Host natürlich niemals von seiner redaktionellen Pflicht abhalten, so gemeine und einseitige Kritiken wie möglich zu verfassen, wenn dies dann nötig ist. (oder auch einfach aus purer Bosheit), doch der aktuelle Film, ‚Kingdom of Heaven’ ist leider etwas allzu durchschnittlich, um mit dem ganz grossen Geschütz aufzufahren. Drum bleib ich mal brav und schreib mal so vor mich hin, was mir so einfällt:

Erstens: Nix neues im Westen, oder in diesem Fall im Nahen Osten: Man hat so ziemlich alles aus ‚Kingdom of Heaven’ schon mal gesehen. Ich weiss, ich weiss, genau diesen Punkt habe ich in der ‚Sky Captain and the World of Tomorrow’ Kritik als positiv bewertet, aber da war’s mehr eine Art Hommage.

Nachdem ‚Gladiator’ die Lanze für Sandalenfilme und ähnliches gebrochen hat, hat man eben nach der x-ten Version das ganze Trara, das als Entschuldigung für epische CGI-Schlachten herhalten muss, mal gesehen. Irgendwie interessiert mich das geschichtliche Gedudel einfach zu wenig, oder dann ist’s einfach die Ausführung. Kann zwar fast nicht sein, denn handwerklich ist ‚Kingdom of Heaven’ grundsolide, ja sogar besser, schliesslich steckt ja Ridley Scott und Branko (Lustig, nicht war?) dahinter. Irgendwas fehlt mir einfach, um mich vom Sockel zu stossen. Ups, freud’scher Versprecher. Ich meinte ‚aus den Socken zu hauen’.

Zweitens: Nix neues im Westen oder in diesem Fall im Nahen Osten (Man sieht: Auch schlechte Wortspiele gewinnen im Wiederholungsfall nicht unbedingt an Qualität.): Liam Neeson (Gesundheit!) als väterlicher oder eben fördernder Vater, David Thewlis in der Rolle der zweiten Garde (zu Unrecht, diese Stimme gehört gefördert), Jeremy Irons als prinzipienstarker Ritter (auch von seiner Stimme kann ich nicht genug hören), Brendan Gleeson als Hitzkopf: Das kommt einem eigentlich auch alles ziemlich bekannt vor. Doch diesen Punkt will ich mal nicht negativ gewichten, schliesslich helfen einem diese Charaktere grösstenteils über einige unübersehbare Längen im Film hinweg. Vielleicht komme ich ja bei der ‚Batman Begins’ Kritik wieder auf Liam Neeson (Warum benennt jemand seinen Sohn nach einem Auto? (Ich entschuldige mich für diesen billigen, aus ‚A Fish called Wanda’ gestohlenen Kalauer. Danke.) zurück.

Drittens: Nix neues im Westen oder in diesem Fall im Nahen Osten (Was hab ich gesagt?) Die Musik ist so was von nicht originell und/oder gestohlen, das gibt’s gar nicht. Es scheint als hätte Ridley Scott den Auftrag gegeben, einen möglichst neutralen Score aus den Soundtracks seiner vergangenen Filmen zu mixen. Nach dem Motto: ‚Hör mal, Harry Gregson-Williams. Komponier mal schnell was ganz neues, das tönt wie Hans Zimmer, aussieht wie Hans Zimmer und schmeckt wie Hans Zimmer und misch etwas Klaus Badelt hinzu.’ Der Rest des Soundtracks ist zusammengestohlen aus ‚Blade II’ ‚The 13th Warrior’, ‚The Crow’, und ‚Hanniball’. Traurig, traurig, ich meine, das sollte doch ein Blockbuster sein, grosses Event-Kino; und dann so was. Wenigstens wurden die Schlachtszenen neu gedreht und nicht aus ‚Troy’ und ‚King Arthur’ zusammengeschnippelt.

Viertens: (Naaaa, reingefallen, all ihr pawlow´schen Hunde da draussen?)
Die fingerspitzengefühlige (kein Quatsch: das vorangegangene Wort wurde von der word’schen Autokorrektur nicht beanstandet) Behandlung des ‚Clash of the Civilization’ –Themas nach Samuel P. Huntington seitens Ridley Scott hat Beachtung verdient: Die Muslime kommen sehr gut weg, die Christen nicht ganz so gut. Und Orlando Bloom ist ein ganz ein Lieber. Fertig. Ist das nun brisant oder wie? Ach, Quatsch, ich werde mich doch (so kurz nach ‚The Merchant of Venice’) nicht schon wieder auf dieses Thema einlassen.

Fünftens: Nun mal eine kurze Pause: Ich fand den Film gar nicht so schlecht, wie es jetzt wahrscheinlich den Anschein macht. Ich könnte ‚Kingdom of Heaven’ den ganzen Tag, ja was schreib ich, das ganze Wochenende durch ein Bahnhofklo hinunterspühlen und der Film würde noch immer nicht so nach Scheisse stinken wie ‚Troy’ und ‚King Arthur’ zusammen. Eigentlich ist ja bei ‚Kingdom of Heaven’ alles vorhanden: Sehr interessante Story, tolle Schauspieler, nette Effekte, solide Montage. Der Film vermochte mich aber trotzdem weder zu fesseln noch zu überzeugen. Aber für den Sonntagnachmittag reicht’s allemal. Zudem kann ich alle, die diese Kritik in diesem Moment im Kino sitzend auf ihrem Laptop zu sich führen, beruhigen: Der Film wird gegen Ende immer besser. Das ganze gewinnt an Dynamik, Action und Drama. Und das ist doch schon mal was Feines.

Sechstens: Nun zur Abteilung: ‚Ach was ist der Host doch für ein cleveres Kerlchen.’ Wir kommen zur cinematografischen Notiz: Ich verrate nicht zuviel, wenn ich hier beschreibe, wie der Protagonist Balian in seiner Schmiede am Anfang der Story sein frisch geschmiedetes Schwert in kühlem Wasser härtet. Der eine oder andere kritische Leser wird sich nun fragen, was denn daran cinematografisch betrachtet sein soll? Lasst mich das ganze interpretatorisch (nein, nicht predatorisch) umformulieren: ‚Balian kühlt zu Beginn des Filmes in einer Art Vorblende das heisse Eisen der religiösen Konflikte im kühlen Nass der Völkerverständigung.’ Gut was? So, jetzt bekomm ich entweder den Marcel Reich-Ranicki Gedenkpreis (Nach meiner ‚The Merchant of Venice’ Kritik eher unwahrscheinlich) oder meine Hybris hat soeben meinen letzten Leser vertrieben. (Und wer nicht weiss, was Hybris ist, soll gefälligst im Lexikon nachschauen oder danach googlen.) Uups, nein; JETZT ist mein letzter Leser abgesprungen.

Und nur so der Vollständigkeit halber schliesse ich mit Punkt Sieben: Edward Norton hat wohl die undankbarste Rolle seiner Karriere. Ich kann mir das Studio oder seinen Manager oder wen auch immer geradezu vorstellen: ‚Doch, doch, Edward, wenn Du die ganze Zeit eine Maske trägst, kannst Du beweisen, was wirklich für ein Schauspieler in dir steckt, wenn Du auf die Mimik verzichten musst!’ Er tut mir fast leid.
Was? Orlando Bloom? Ja, der hat auch mitgespielt, aber das muss ja nicht unbedingt etwas schlechtes sein.

War of the Worlds

War of the WorldsTja fast, aber knapp daneben ist auch vorbei. Schooooode!

Da ist er also: DER Blockbuster des Jahres. ´War of the Worlds´. Und ist all die Aufregung im Vorfeld gerechtfertigt? Darauf kann die Antwort nur lauten: ´Jein´.
Positiv: Der Film fängt unglaublich intensiv an und kann diese Spannung bis zur Pause problemlos halten. Indem Spielberg nach einem furiosen Auftakt mehr verbirgt als er dem Zuschauer zeigt, scheint es permanent, als spiele sich die eigentliche Handlung immer knapp unter der Oberfläche ab. Man weiss, da brutzelt was, gleich hinter Tom Cruise, oder im Nebenkino, oder irgendwo, ganz in der Nähe, und wenn die Kamera doch nur ein kleines bischen mehr nach links schwenken würde, könnte man auch sehen, was denn da so kracht. Meist ist man dadurch geradezu gequält, gleichzeitig weiss man aber auch, dass eben dies den Reiz des Filmes ausmacht. Diese Art, meist mehr anzudeuten als zu zeigen, kennt man zwar schon aus M. Night Shyamalan´s ´Signs´ und obwohl die Technik bei ´War of the Worlds´ nicht so konsequent durchgezogen wurde, funktioniert´s auch hier vorbildlich – zumindest am Anfang. Alles andere hätte wahrscheinlich nur ein lauwarmer Aufguss von ´Independence Day´ gegeben was wohl eher uninteressant gewesen wäre. (Obwohl ich gerne wissen würde, wie Spielberg den Film als klassisches Desastermovie inszeniert hätte).

Das alles soll nicht heissen, dass es keine Aliens zu sehen gäbe! Im Gegenteil. Zum Auftakt des Filmes krachts mal eben so gewaltig, das einem dank phänomenalem Sound so richtig in die Knochen fährt, und dann gibt´s von aber ganz miiiiiesen Aliendingens so was eins auf´s Dach, aber hallo. Womit der Höhepunkt des Filmes auch schon hinter uns liegen würde. Zwar findet Spielberg in der ersten Hälfte ein spannendes, ausgeklügeltes Gleichgewicht zwischen sich abwechselnder Action, Paranoia, und den stillen Momenten, viel kommen tut aber nach dem ersten Akt nicht mehr, auch wenn´s zwischendurch wieder ziemlich kracht. Sicher, die Geschichte um die Rumpf-Familie von Dakota Fanning und Tom Cruise in den Mittelpunkt zu stellen ist ja schön und gut, der Kniff bleibt aber leider Mittel zum Zweck, um es eben etwas Menscheln zu lassen und nicht einen typischen Katastrophenfilm zu haben. Tom Cruise stört dabei übrigens auch nicht gross, glänzt aber irgendwie auch nicht so, wie es seine grinsenden Zähne sonst tun, obwohl er sich auch in diesem Film wie meistens vom Saulus zum Paulus wandelt. Vielleicht mochte er sich auch nicht so Mühe geben, weil er lieber in einer Adaption von L. Ron Hubbard´s ´Battlefield Earth´ mitgespielt hätte als einer Verfilmung vom H.G. Wells Klassiker – Aber das hat zum Glück John Travolta schon grandios in den Sand gesetzt.

So, wie gesagt, ´War of the Worlds´ ist zu Beginn das spannendste, was ich dieses Jahr gesehen habe (ausgenommen vielleicht dem Grand Prix von Indianapolis). Aber jetzt kommt das grosse Leider: LEIDER vermag es Spielberg nicht, dieses erst so gelungene Katz und Maus Spiel zwischen der Familie Cruise und den Aliens, beziehungsweise dem Film und den Zuschauern nicht auf wirklich geniessbarem Niveau zu halten. In der zweiten Hälfte verebbt die Spannung und man fragt sich langsam, wo die Story eigentlich hinführen soll, wenn Sie überhaupt irgendwo hinführen soll. Abgesehen davon weiss man wahrscheinlich schon aus dem Buch (welches ich übrigens aus wahrscheinlich ähnlichen Mängeln ungelesen zur Seite gelegt habe), wie der Film endet. Allzu viele Variationen gibt´s ja wohl eh nicht.

Insgesamt betrachtet ist ´War of the Worlds´ schlussendlich leider ein Zwitter in Sachen Qualität, so als würde man ´Schindler´s List´ das unendlich elende Ende von ´A.I.´ anhängen. Der Film bleibt ein sehr interessanter, eigentlich sehenswerter Streifen, der mehr sein will, als er ist, aber beim grandiosen Versuch auf halber Strecke liegen bleibt. Ein Grund dafür ist mitunter sicher auch die ziemlich simple Buchvorlage. (Sein wir ehrlich: Ohne Orson Welles´ Aufsehen erregendes Hörspiel wäre das Buch wohl schon lange in der Versenkung untergetaucht oder hätte wenigsten still das Ansehen eines Klassikers genossen.

Fazit:
1. War of the Worlds hätte der eindrücklichste Film des Jahres werden können,… wenn nach der Pause nicht noch mehr kommen würde.
2. Wenn solche undankbaren Rollen wie in ´War of the Worlds´ das einzige ist, für das Tim Robbins nebst seinen politischen Aktivitäten noch Zeit findet, sollte er besser als irgendwas kandidieren und den Schauspielerjob ganz an den Nagel hängen.
3. Wer den neuen ´King Kong´ Trailer in nächster Zeit auf der grossen Leinwand sehen will, kommt ohnehin nicht an ´War of the Worlds´ vorbei.

Mr. & Mrs. Smith

Mr. & Mrs. SmithMr. & Mrs. Mist

Man sagt ja, man sollte immer das Positive sehen: ´Mr. & Mrs. Smith´ enttäuschte mich nicht. Aber auch nur, weil ich im Vorfeld so gut wie keine Erwartungen in den Film hatte. Leider heisst das nicht, dass der Film darum schneller vorübergeht. Im Gegenteil: ´Mr. & Mrs. Smith´ scheint kein Ende zu nehmen. Eine Belanglosigkeit jagd die nächste und mit jeder Einstellung fragte ich mich mehr, ob denn wirklich jemand an dieses Drehbuch geglaubt hat oder ob man einfach den Pitt und die Jolie in ein und denselben Film packen wollte. (Halloo, das hat doch schon bei ´The Mexican´ nicht wirklich funktioniert.)
Anfangs bildete ich mir noch ein, in bester Billy Crystal und Meg Ryan Manier hätte sich da was ´When Harry Met Sally at Checkpoint Charly´-mässiges entwickeln können. Doch der Film dümpelt so unmotiviert von Beziehungskistengedöns zu Actionszene, dass man sich fragt, was das Ganze denn soll. Ich bin ja sonst eher zurückhaltend mit solchen Fragen, aber was sollte uns der Film denn bitteschön sagen? Mir käme ja beispielsweise bei einem Bruckheimer Film auch nie in den Sinn, nach eben diesem zu fragen, aber dort ist wenigsten die Action virtuos inszeniert. Was einige Michael Bay typische Kamerafahrten übrigens in ´Mr. & Mrs. Smith´ zu suchen hatten, ist mir schleierhaft. Also nur ein weiteres unpassendes Element in einem lahmen Mix aus Romanze und Action.

Wahrscheinlich sah das Rezept auf dem Papier wirklich gut aus: Zwei Sexsymbole jagen sich durch Explosionen und Bettlaken und leiern zwischendurch einige wirklich gut gemeinte Dialoge beim Eheberater herunter. Leider funktioniert die Mischung nicht, und der Host fing wieder mal an zu fantasieren:
So wünschte ich mir nach den ersten 30 Minuten, dass plötzlich Jenniffer Aniston und die gesamte Crew von ´Friends´ in´s Bild stürmen, den Film an sich reissen, ihn zur Season´s Finale Doppelfolge erklären und Pitt und Jolie zu Gaststars degradieren. Wenigstens wäre der Spuk dann nach 60 Minuten vorbei. Und wenn wir schon dabei sind, könnte Ben Stiller, Owen Wilson und Will Ferrell auch noch gleich mitmischen und Vince Vaughn dabei unterstützen, dem Film irgendwie was Sehenswertes oder wenigstens etwas derben Humor zu verleihen.
Doch leider passierte nichts von alledem und das wohl unterkühlteste Paar seit Walter Matthau und Jack Lemmon rannte weitere 90 Minuten durch explodierende Autos, explodierende Zelte, explodierende Hochhäuser, explodierende Kaufhäuser und noch mehr explodierende Autos. Natürlich stellenweise in Zeitlupe, nur um das Erlebnis noch zu verlängern. Danke!
Das schönste und zugleich traurigste im Film war das Placement eines ´Fight Club´ T-Shirts. Einerseits wurde ich dadurch daran erinnert, dass Brad Pitt ja eigentlich supertolle Filme macht, wenn man ihn lässt. (Wäre wieder mal Zeit, zum Glück gibt´s ab und zu ja einen ´Ocean´ Film), andererseits merkte ich, wie belanglos der Film tatsächlich ist, wenn es ein T-Shirt schafft, meine Aufmerksamkeit bis zu den Credits an sich zu binden.

Bei solch unausgegorenen Mischungen gibt´s nur eins: Säuberlich Romanze von Action trennen und in die Mülltonne damit.

Batman Begins

Batman BeginsUnd der Host sah, dass es gut war.

Danke! Danke! Danke! Grmpfl… Host nicht enttäuscht! Host glücklich! Hi, Hi, Hi! Ich könnte die ganze Kritik von ´Batman Begins´ mit solchen Einsilbern und gutturalen Lauten bestreiten. Seit ich den Film gesehen habe, trage ich ein Grinsen vor mir her, auf das Jack Nicholson stolz wäre.

Danke, Christopher Nolan; trotz meinen hohen Erwartungen an ´Batman Begins´ wurde ich nicht enttäuscht.
Wer hätte gedacht, dass ich mich mal so darüber freuen würde, den Schwarzen Ritter zurück auf der Leinwand zu sehen? Nach den unsäglichen ´Batman & Robin´ und ´Batman Forever´ (Was sollte eigentlich dieser Titel bedeuten?) hätte man sich ja eher den Allerwertesten mit einem eitrigen Seeigel abgewischt, als sich noch mal freiwillig eine solche Verfilmung anzusehen. Doch wenden wir uns nun ab von diesen grausigen Zeiten und richten wir unseren Blick auf die aktuellste Version des Flattermans:
Sollte ´Batman Begins´ der beste Batman ever sein? Yep. I think we´ve got a winner here! Der Film hat einfach alles: Story, Drama, düstere Atmosphäre, Humor, viele, viele Gadgets, nette Effekte, grandioses Production Design und eine tolle Besetzung mit einem herausragenden Christian Bale als Bruce Wayne.
Der gute Name des Flattermanns ist endlich wiederhergestellt. Und obwohl entgegen all meinen Befürchtungen alles doch noch mehr als gut herausgekommen ist, bleibe ich angespannt. Es wurde einfach schon zu viel B.S. unter dem Namen ´Batman´ herausgebracht. So wohnen seit der erlösenden ´Batman Begins´ Vorstellung zwei Seelen in meiner Brust: Nein, nicht Schizophrenie im Frühstadium, sondern einerseits das Verlangen, noch möglichst viel von diesem neuen, düsteren, stilvollen Batman zu sehen (140 Minuten sind nicht annähern genug) und andererseits der Wunsch, jetzt doch bitte die Finger von diesem fragilen Material zu lassen, bevor es wieder jemand kaputtmacht. Ich darf gar nicht dran denken: ´Batman Xtreme -The Real Black Knight – starring Ice Cube in a Rob Cohen Film´ oder ein erneutes Batman – Catwoman Team-up… aber das vergessen wir mal ganz schnell wieder.
Auch in einer Batman-freien Zukunf würde Christian Bale die Arbeit sicher nicht ausgehen. Und es würde mich wundern, wenn er nach seiner Vorstellung als nokturner Blutsauger nicht wieder einige Monate ganz oben auf der James Bond Besetzungslist stehen würde. (Mal davon abgesehen, dass diese Liste zwischenzeitlich so lang ist wie Hugh Jackman´s Akzent breit.)

Danke, Liam Neeson, Morgan Freeman, Gary Oldman und vor allem Michael Caine.
´Batman Begins´ – Der Titel ist Programm: Vergesst violette Strumpfhosen und Gift versprühende Regenschirme. Tabula Rasa! Und dann ein ganz neuer Beginn der Saga, und diesmal gelingt´s auf ganzer Linie. Spider-Man, zieh dich warm an. Denn im Gegensatz zu vielen anderen (Comic-)Verfilmungen, hat ´Batman Begins´ das, was schon den Erfolg des Wandkrabblers erst möglich gemacht hat: Charaktere und Story. Während Spidey Verantwortung, Entscheidungsfähigkeit und Konsequenz thematisierte, wird beim neusten ´Batman´-Streifen die Angst zum Leitmotiv. Auf schon fast literarische Art und Weise bildet das Motiv auf mehreren Ebenen thematisch, visuell und als vorantreibende Kraft das Gerüst des ganzen Films.

Es bleibt zu hoffen, dass die Qualität von ´Batman Begins´, Spiderman oder ´Hellboy´ ein Zeichen am Nachthimmel hinterlassen wird; als Richtungsweiser und Messlatte für zukünftige Comicverfilmungen. Die Zeit für eindimensionale Helden in Strumphosen ist endgültig vorbei. Die Comicverfilmung ist erwachsen geworden. Auf dass hanebüchene Ausrutscher wie der Anti-Hai-Batspray oder die Batman Kreditkarte in Zukunft der Vergangenheit angehören.
Angesichts der Fülle an Comicverfilmungen in (Vor-) Produktion bleibt jedoch zu befürchten, dass sich unter Filmen wie The Fantastic Four, Nick Fury, Superman Returns, Spiderman 3, Captain America, Ghostrider, Hellboy 2, Iron Man, X-Men 3 mehr als eine Gurke finden wird.

The Hitchhiker´s Guide to the Galaxy

The Hitchhiker´s Guide to the GalaxyMasslos überschätzt

Nachdem ich nun als langjähriger ´Star Wars´ – Anhänger und kompletter Douglas Adams Neuling den Film ´The Hitchhiker´s Guide to the Galaxy´ gesehen habe, stelle ich mir lebhaft vor, wie dieser Tage diese zwei Fraktionen einander so richtig genüsslich die Fresse einhauen würden, wenn man es nur darauf anlegen würde. Beatles – Rolling Stones, Mörgeli – Schmid, Arafat – Kishon, Adams – Lucas: Es gibt Dinge, die sind einfach nicht miteinander vereinbar.

Warum ich die Kritik zu einer Kömödie so ernsthaft und feindselig beginne, fragt Ihr euch? Nun, aus dem einen Grund, warum überhaupt je jemand ernsthaft und feindselig wird: Mein Stolz wurde verletzt: Nach ´The Hitchhiker´s Guide to the Galaxy´ weiss ich endlich, wie es sich anfühlt, wenn man als uneingeweihter Trottel in eine eigentlich geschlossene Vorstellung eines gefälligst zu respektierenden Films hineintrampelt, ohne es zu wissen. Zwar hatte ich vom Kult um Douglas Adams´ Erfolgsromane gehört, hätte aber nicht gedacht, dass diese Fangemeinde in meiner näheren Umgebung tatsächlich noch aktiv ist. Die umgehängten Handtücher einiger Kinobesucher belehrten mich jedoch eines Besseren. Inmitten dieser Fans kam ich mir doch etwas unwillkommen vor. Besonders weil ich während des Films immer wieder erstaunt ein Gelächter um mich herum wahrnehmen musste, das mir nur allzu gut bekannt war: Das laute, selbstgefällige ´Hört-mich-lachen-ich-bin-ein-Insider-und-hab-den-Witz-verstanden-Lachen´. Verdammt, als elitärer Kinofreak und selbsternannter Kenner des Mainstream-Kinos habe ich dieses süffisante, Ignoranz-verachtende Lachen praktisch erfunden. Und plötzlich finde ich mich nun in der Rolle des Unwissenden wieder. Für einen Host, der schon die Augen verdreht, wenn jemand die korrekte chronologische Abfolge der ´Star Wars´ Filme nicht auf Anhieb versteht, ist das schon etwas ungewohnt und kränkend.

Somit konnte ich die allgemeine Hitchhiker-Euphorie nicht ganz nachvollziehen. Dieser ach so spezielle Humor und die zugegebenermassen sehr interessante Erzählweise kam mir etwas zu willkürlich daher. Zumindest in der Verfilmung. Ich bin fast überzeugt, dass es sich bei der Buchvorlage um ein tolles, unglaublich phantasievolles Werk handelt, doch irgendwie funktionierte das für mich im Film nicht allzu toll. Vor lauter abstrusen Einfällen und Theorien vermisste ich etwas das Feingefühl für Dramaturgie und Spannung.

Die Gründe, warum ich ´The Hitchhiker´s Guide to the Galaxy´ nicht wirklich mochte, sind eigentlich dieselben, für die ich ´Revenge of the Sith´ liebte (irgendwie). Beides sind bestenfalls durchschnittliche Filme, bei denen man das Umfeld und Entstehung drumherum kennen muss, um die Geschichten geniessen zu können.

Am besten gefiel mir der Streifen dort, wo er ein eigenständiger Film ist und nicht auf seinen Ruf als Kultbuchverfilmung Rücksicht nimmt. Dies sind meist die Momente, in denen die Schauspieler (allen voran wieder einmal der herrliche Sam Rockwell) oder die Puppen (darf man die so nennen?) aus Jim Henson´s Creature Shop federführend sind. Mit Abstand am besten gefielen mir jedoch die stöhnenden Türen. Dieser Witz reizte sogar meine unwürdigen Lachmuskeln. Ganz im Gegensatz zu der Sache mit dem Handtuch. So was Doofes! Das kann ich nun wirklich nicht verstehen. So, und nun geh ich ein wenig mein Laserschwert streicheln.

Star Wars: Episode III

Star Wars: Episode IIII have a good feeling about this

Ja ja, ich weiss, jetzt will hier auch niemand mehr wissen, was ich denn vom langersehntesten Film seit ´Patch Adams 2´ halte. Dabei habe ich schon vor Wochen wirklich einige Anläufe genommen, eine sinnvolle Kritik zu Epi 3 zu schreiben. Aber es kam einfach nix bei raus. Ich wollte den Film so sehr mögen, dass eine objektive, ja nicht einmal eine subjektive Kritik möglich ist. Drum lass ich´s bei einer Kurzkritik bewenden.
Ausserdem wurde ja so ziemlich alles über ´Episode III´ geschrieben, da wird da Netz wohl auch mal ohne meinen bescheidenen Beitrag auskommen.
Nur soviel sei gesagt: Der Film stellt einen würdigen Abschluss der Serie dar und es hätte viel schlimmer kommen können. Und mal ehrlich: Dieser Film interessiert wahrscheinlich nur noch all jene ernsthaft, die wie der Host schon seit Jahrzehnten unheilbar mit dem ´Star Wars´ Virus infiziert worden sind und deswegen schon in der Schule schräg angeschaut worden sind. Und entgegen besserem Wissen werden auch diese Fans vom Film begeistert sein. Schliesslich ist das wohl der letzte Star Wars Film, der je im Kino laufen wird (mal abgesehen von der diversen wohl unvermeidlichen Special Editions in den kommenden Jahren). Und da mir etwas an meinem Seelenheil liegt, finde ich den Film nun einfach mal supertoll. In ein paar Jahren glaub ich´s dann selber.

Kung Fu Hustle

Kung Fu HustleUnd wieder eine selten-billige Kritik zu einem eigentlich nicht schlechten Streifen: Kung Fu Hustle.

Mit diesem Beitrag werden die treuen Leser von nidwirkli.ch einmal mehr mit einer Kurzkritik abgespeist. Aber was soll´s?
Eher unerwartet fand ich mich in einer Vorstellung von ´Kung Fu Hustle´ wieder. Noch unerwarteter stellte ich fest, dass der Film mir tatsächlich nicht schlecht gefallen hat. Endlich mal was neues und nach dem unsagbar langweiligen ´Crouching Tiger Hidden Dragon´ kehrt mein Glaube in dieses Genre zurück.
Der gelungene Mix aus Kung Fu Action, Parodie und Slapstick wusste den Host zu überzeugen und ist jedem zu empfehlen, dem ´Kill Bill´ zu wenig originär und das Matrix-Zeugs zu ernst war.
Ausserdem fährt der Film mit einem ansehnlichen Arsenal an Anspielungen und Anekdoten auf, und man merkt einmal mehr, wie sehr gewisse Motive untrennbar mit den Klassikern von Tarantino oder den Wachowskis verbunden sind.
Bevor mir der andere Arm auch noch einschläft, gebe ich dieser Kritik besser den ´coup de grâce´.
Und wem´s nicht passt, der kann ja einen Kommentar unten reinschreiben und mir beweisen, dass der durchschnittliche nidwirkli.ch Leser nicht so ein fauler Sack ist wie der Host selber.

Sky Captain and the World of Tomorrow

Sky Captain and the World of TomorrowAuch ein wunderlicher Titel kann einen tollen Film nicht verderben.

Nun steh’ ich hier ich armer Tor
und überlass sie andern, die 1. Mai Demo.
Da frag ich mich, ja müsst ich denn,
als Träumer, Host und Philanthrop,
auch motzen, lärmen, Zeichen setzen,
Flagge zeigen, mitmarschieren,
mit den frustrierten Unzufriednen,
die da durch die Gassen hetzen?

Gestern noch Läufer in der Stadt,
euphorisch bis zum letzten Platz.
Heut grimmig, bös und weltbewegend,
die Linken, Rechten, was weiss ich,
stolzieren plagierend, schon fast peinlich.

Da dämmert’s mir: Ach lass es Host,
das ist so gar nicht deine Kost,
sich mit der Polizei zu messen,
schreib lieber was, das kannst Du besser.

Doch nun zu einer Premiere: Eine Kritik zu einem Direct to DVD Silberling – mit gutem Grund, denn es ist eine Schande, dass der Film den Weg in die hiesigen Kinos nicht geschafft hat (Oder hab ich da was verpasst?). Die herrlichen, in wunderbarem Comic-Stil gehaltenen, dynamischen Bilder hätte ich nur zu gerne auf einer grossen Leinwand genossen. Als Comic Fan war ‚Sky Captain and the World of Tomorrow’ wahres Manna für die geplagten host’schen Augen.
Der Film ist wahrlich eine sehr angenehme Überraschung. Ich hatte schon das allerschlimmste erwartet, aber der Film kommt mit einer solchen Leichtigkeit und Ernstlosigkeit daher, dass man die Bilder einfach nur geniessen kann. Kino-Freaks aufgepasst! Dieser Film ist ein Muss für alle, die visuelle und szenische Referenzen und Zitate lieben. In ‚Sky Captain and the World of Tomorrow’ wird von ‘Star Wars’, über ‘Indiana Jones’ bis zu ‘Lord of the Rings’ alles geplündert und wiederverwertet, was visuell ein bisschen was hergibt. Da reiht sich eine Rivendale – ähnliche Idylle an die Ankunft in Cloud City aus ‚The Empire Stikes back’, und Angelina Jolie auf der Plattform der fliegenden Festung nimmt schon mal den ‚Nick Fury, Agent of S.H.I.E.L.D aus der anstehenden Marvel-Comic Verfilmung vorweg.
Tönen tut der Film sowieso wie eine Star Wars Episode. Und zwar grandios und andauernd; So ziemlich jedes einzelne Frame des Filmes ist mit Musik unterlegt. Schon fast episch. Ein cleverer ‚Wizard of Oz’ Subtext und die obligate Klischee-Romanze vervollständigen das ganze.
Es wurde viel Schlechtes über den Film geschrieben, und das könnte ich auch tun, das mache ich schliesslich so gerne, aber warum sollte ich? Sky Captain and the World of Tomorrw ist auf seine eigene, spezielle Art … perfekt. Kein grosses Kino, aber auf jeden Fall Entertainment at it’s best.

The Life and Death of Peter Sellers

Nebenan plätschern die «Desperaten Hausweifen» vor sich hin und ich lausche wie jeden Montag den süssen Dialogen und warte gespannt, ob ich vielleicht heute Abend einen Hinweis darauf finden kann, warum diese Serie in den Staaten ein solcher Erfolg sein soll.

Doch nun zum eigentlichen Thema von heute: «The Life and Death of Peter Sellers». Wie so oft habe ich eigentlich keine Ahnung von der Thematik des Films, denn obwohl ich vor Jahren wohl einen oder zwei Filme der «Pink Panther» Reihe gesehen habe, fand ich diese nicht besonders lustig und bis vor kurzem konnte ich kaum Peter Sellers von Peter Weller unterscheiden. [Jetzt verpasste ich doch prompt die erste Liebesszene bei den Hausweifen.]

Zurück zum Thema: Obwohl ich mich im Grunde nicht besonders für Peter Sellers erwärmen kann, muss ich den Film auf der ganzen Linie empfehlen, denn eine Vermutung scheint sich bei «The Life and Death of Peter Sellers» zu bestätigen: Die Qualität eines Biopic kann daran gemessen werden, wie gut man den Film finden kann, auch wenn man die grundlegende Figur nicht im vornherein kennt. (Das muss eine meiner holprigsten Formulationen seit langem sein.) Wie bereits bei «The People vs. Larry Flynt», «Man on the Moon» oder «The Aviator» hatte ich von den historischen Hintergründen im Vorfeld keine Ahnung, war dann jedoch von der filmischen Umsetzung umso mehr angetan.

Dasselbe trifft auch auf «The Life and Death of Peter Sellers» zu. Der Film funktioniert auf allen Ebenen so perfekt, dass es einfach ein Genuss ist, sich auf die Geschichte einzulassen und die Entwicklung der Figuren mitzuverfolgen. Insbesondere der Kunstgriff, die Geschichte auf mehreren Ebenen spielen zu lassen… Oh, gerade hüpfte eine fast nackte desperate Hausweif über meinen TV Bildschirm; ich glaube, langsam begreife ich das Konzept der Serie. Wo war ich? Ach ja, die Geschichte von Peter Sellers wird auf sehr ungewöhnliche, aber äusserst originelle Weise erzählt: In einer Art Rahmenhandlung wird man zu Beginn von Sellers persönlich in die Geschichte eingeführt, indem quasi die Handlung als Film im Film vorgestellt wird. Im weiteren Verlauf des Streifens wird die Geschichte immer wieder fliessend vom Erzähler unterbrochen, so dass man immer mehr den Überblick verliert, auf welcher Ebene der Erzählung man sich denn gerade befindet. Das Schöne dabei ist, dass dies überhaupt keine Rolle spielt und den Rhythmus der Geschichte nicht unterbricht. Beim genannten Erzähler handelt es sich notabene um den verkleideten Peter Sellers, der wiederum von Geoffrey Rush verkörpert wird. Dies mag nun etwas konfus tönen, im Film verwirrt dies jedoch nie, sondern funktioniert als formaler Kniff, um das eigentliche Hauptmotiv des Filmes wiederzuspiegeln: Die vermeintliche Unbestimmtheit oder gar Abwesenheit von Peter Seller’s ureigener Persönlichkeit.

An dieser Stelle scheint mir ein grosses Lob an Geoffrey Rush angebracht, denn obwohl er praktisch in jeder Szene des Filmes (mindestens einmal) vorkommt, nimmt man ihm die Figur des Peter Sellers zu jeder Zeit ab. (Ein Ding der Unmöglichkeit bei den Superstars wie z.B. Cruise oder Clooney, Travolta oder Pitt, die, so gut sie auch spielen, meistens eher Figuren verkörpern, die eben wiederum den Schauspielern Cruise, Clooney, Travolta oder Pitt zum verwechseln ähnlich sehen und sich auch so benehmen. «Ocean’s Twelve» bewies uns zum Glück, dass dies ja auch nichts Schlechtes sein muss.)

Die Hausweifen verabschieden sich übrigens gerade, wiederum halbnackt, und machen im Äther Platz für die nächste «TV-Sensation» aus den USA: Komisch, obwohl die Gestrandeten in «Lost» schon seit Wochen auf einer abgelegenen Insel ohne Kontakt zum Rest der Welt festsitzen, scheinen die Leute dort immer noch mehr Anziehsachen als die Hausweifen zu haben.

Man sollte sich «The Life and Death of Peter Sellers» auf jeden Fall anschauen, egal, ob man die Hintergründe nun kennt oder nicht. Und nachdem man das Grab von Ray Charles mit Grammies und Oscars zugeschüttet hat, ist es nur gut und recht, wenn man auch Peter Sellers Tribut dieser Art zollt, zumal «The Life and Death of Peter Sellers» nüchtern betrachtet um Längen unterhaltsamer ist als «Ray».

Archives | First published: April 23, 2005