´Snowball in Hell´ – Für diesen Streifen bekam Steven Seagal im Film ´In & Out´ einen Oskar als bester Schauspieler. Wer Steven Seagal kennt und ´In & Out´ gesehen hat oder zumindest der englischen Sprache mächtig ist, wird nun hoffentlich schmunzeln, denn ´Snowball in Hell´ war wohl der beste Gag in Frank Oz´ Komödie von 1997.
Die wohl verwirrte Mehrheit der Leser kann ab hier wieder einsteigen: ´Snowball in Hell´ hat natürlich herzlich wenig mit ´Hellboy´ zu tun, aber was soll´s – eh man sich´s versieht, ist man schon mitten in der ´Hellboy´ Kritik angelangt, ohne dass der Host auch nur die geringste Anstrengung unternommen hätte, sich einen passenden Anfang für diesen Text auszudenken.
Doch nun endlich zum eigentlichen Thema: ´Hellboy´ ist ein echter Leckerbissen. Comicverfilmungen sind zugegebenermassen zur Zeit nicht gerade Mangelware in den Kinos. Nach ´Catwoman´ scheint mir aber ein so gelungener Film wie ´Hellboy´ gerade recht zu kommen, um die Reputation der Comicverfilmung nach dem felinen Desaster wiederherzustellen. (Nein, natürlich habe ich ´Catwoman´ nicht gesehen. Warum ich mir dann ein Urteil über den Film erlaube? Weil meine Schmähschriften nur auf diese Art unbeeinflusst, subjektiv und letztlich unabhängig bleiben.)
Zwar muss ich einmal mehr gestehen, dass ich, wie bereits bei ´Harry Potter´, ´I Robot´ oder ´Passion of the Christ´ die literarische Vorlage nur vom Hörensagen kenne. Trotzdem wage ich zu behaupten, dass der Transfer von Mike Mignola´s Comic auf die Leinwand voll und ganz gelungen ist. Aus einleuchtendem Grund kann ich mir kein Urteil über die Authentizität von Aussehen und Charakter von Hauptfigur, Story und Hintergrund erlauben, als Film funktioniert das ganze jedoch einwandfrei und übertraf meine (hohen) Erwartungen sogar.
Fantasievoll, Lustig, spannend, düster, überraschend, ja sogar als charismatisch könnte man ´Hellboy´ bezeichnen. Dies ist vor allem der treffenden Besetzung des Hauptcharakters zu verdanken. Obwohl Ron Perlman schon seit Jahren eine feste Grösse im Fantasy- und Horrorgenre ist, scheint ´Hellboy´ der erste Film zu sein, dem er seinen persönlichen Stempel aufdrücken konnte (oder durfte). ´Red´ sprüht geradezu vor Witz, Charisma und vor allem Selbstironie und irgendwie hat man das Gefühl, dass Perlman nicht allzu tief unter den Schichten von Make up steckt und einen Heidenspass an seiner Rolle hat.
Natürlich ist der Film keine Charakterstudie sondern ein hervorragend gemachtes Fun-Movie, das über weite Strecken von der Präsenz des Hauptcharakters getragen wird. Denn was Story, Dramaturgie und Action betrifft, bietet ´Hellboy´ trotz einigen witzigen Einfällen nicht viel neues.
Auf die Erwähnung von Karl Ruprect Kroenen, dem herrlich bösen Handlanger von Rasputin, möchte ich an dieser Stelle nicht verzichten. Einer, wie ich finde, der interessanteren Bösewichte in der jüngeren Kinogeschichte. Kroenen erinnert an die gute alte Zeit eines T-1000 oder eines Predators, als die Schurken einfach nur durchtrieben und gemein sein duften und nicht eine grauzonige Antithese zum ebenfalls gebrochenen Helden darstellen mussten.
Wer sich ´Hellboy´ anschauen sollte, wird jedoch feststellen, dass auch der Kern unter Kroenen´s harter Schale weich ist,… um nicht zu sagen matschig.

Es gibt ja Hollywood-Schauspieler, die erklären jedem, den es interessiert (und auch allen anderen), wie sie sich bei der Rollenwahl bemühen, möglichst nicht in diese kleinen Besetzungsschachteln gesteckt zu werden. Wir Zuschauer sind natürlich jedes Mal erleichtert, wenn wir dieses Statement aus dem sprachfähigen Kopfloch eines Hollywood-Schauspielers hören. Solche Einblicke in die Abgründe einer Schauspielerseele sind ja meist unglaublich informativ, etwa wenn uns [beliebigen Schaupielernamen einfügen] erklärt, wie familiär doch die Atmosphäre beim Dreh von [passenden Filmtitel einfügen] war. Oder wenn uns Bruno Ganz im TV-Interview zum zehntausendsten Mal erklärt, wie er die Rolle des Hitlers nicht mehr ausschlagen konnte, nachdem seine Ähnlichkeit zum deutsch-österreichischen Austauschdiktator schon so offensichtlich zum Vorschein kam, als er nur Perücke und Waffenrock anprobiert hatte.
Ich bringe es mal hinter mich – dann ist es raus: ´The Village´ ist enttäuschen. ABER wie könnte es auch anders sein?
Es scheint, als hätte man besser noch ein halbes Jahr mit der Herausgabe des neuen Dudens gewartet. Die semantischen Perlen, mit denen uns da ´Chronicles of Riddick´ beglückt, gehörten nun wirklich in jedes lexikalische Standardwerk: Es ist schon erstaunlich, in welchem Ernst die Hauptcharaktere, allen voran natürlich Testosteronglatze Vin Diesel, Wörter wie ´Nekromonger´, ´Crematoria´ oder ´General Marshal´ über die Lippen bringen, ohne dabei auch nur mit der Wimper zu zucken. Diese ungewollte (?) Komik verleiht dem Film die nötige Leichtigkeit und einen gewissen Trash-Faktor, was den Film erträglich, ja irgendwie sogar charmant macht.
Es geschehen noch Zeichen und Wunder! Tatsächlich schaffte es dieser kompromisslose Splatterfilm in die Schweizer Kinos. Das hätte ich nun wirklich nicht für möglich gehalten. Darum war ich angenehm überrascht, als ich (spätestens nach dem Vorspann) begriff, dass dies nicht ein weiterer weichgespühlter Teenie-Horrorfilm war, sondern knallharte Splatter-Action der traditionellen Art. Die unvergleichliche, ausserordentlich gelungenen Mischung aus Metzgete und Humor überzeugt auf der ganzen Linie (wenn´s einem denn gefällt). Zwar besteht der Film praktisch nur aus aneinandergereihten Ekelszenen, verdichtet durch Spannungselemente und aufgelockert durch Humor und Fahrstuhlmusik, dies ist aber so konsequent und kompromisslos umgesetzt, dass es tatsächlich funktioniert und man zwar angewiedert, aber mit einem bitteren Grinsen und vor allem prächtig unterhalten, den Kinosaal verlässt.
Und so begab es sich, dass sich der Herrscher von nidwirkli.ch erneut zum Kinematographen aufmachte, um sein undankbares Dasein als Webhost ein weiteres Mal gegen ein paar Stunden Heiterkeit einzutauschen. Weder der strömende Regen noch die Schmach, noch nie ein Buch von J.K. Rowling in den Händen gehalten zu haben, konnten ihn davon abhalten, es sich im Kinosessel bequem zu machen und auf das Beste zu hoffen. Und wahrlich,… er sollte nicht enttäuscht werden.
Da sollte sich Wolfgang Petersen warm anziehen. Was sein Landsmann Roland Emmerich mit ‘The Day After Tomorrow’ (TDAT) präsentiert, übertrifft den lahmen Sandalenschinken ‘Troy’ in allen Punkten bei weitem. Sicher, man könnte dem Film Prädikate wie “anspruchslos”, “unrealistisch” “pathetisch” oder “kommerzieller Mainstream” anhaften… und man würde voll in’s Schwarze Treffen. Nichtsdestotrotz erfüllt TDAT voll und ganz meine (hohen) Erwartungen und übertrifft sie sogar. Ich bin erleichtert.
Nachdem meine Kritik zu ‘Kill Bill Vol. 1 doch eher mager ausfiel, möchte ich dem zweiten Volumen etwas mehr Platz widmen. Dies scheint mir auch dadurch gerechtfertigt, da das zweite Volumen von Kill Bill sogar noch um einiges besser ist als der Vorgänger. Sicher, seit dem ersten Teil ist in Sachen gewalttätigem Film einiges passiert (Gruss an Reverend Gibson), aber trotzdem könnte man den ersten Teil doch als ziemlich gewalt- und schlitzer-lastig bezeichnen. Nicht dass mich das gestört hätte, im Gegenteil. Doch gerade im Vergleich mit dem ersten Teil wirkt Kill Bill Vol. 2 geradezu philosophisch. Das liegt auch daran, dass Tarantino endlich wieder mal einige seiner genialen Dialoge präsentiert.
Ich habe es ja nicht anders verdient: Host@nidwirkli.ch, dachte ich mir, es ist Zeit für einen seriösen Film, ohne Humor, Action und vor allem ohne Halle Berry. Da ich mich dann doch nicht zu einem europäischen Film durchringen konnte, ging ich eben in ’21 Grams’. Eigentlich freute ich mich sogar auf den Film: Sean Penn, Benicio Del Toro, eine Auszeichnung beim Venice Film Festival, und eine nicht chronologische Story. Da kann man ja nicht enttäuscht werden, denn zumindest letzteres bannte mich bei ‘Memento’ und ‘Identity’ gleichermassen.