Ich bringe es mal hinter mich – dann ist es raus: ´The Village´ ist enttäuschen. ABER wie könnte es auch anders sein?
1999 wurde ich von ´The 6th Sense´ angefixt. Seither brauche ich den Stoff von M. Night Shyamalan. Und mit jedem Film will ich mehr – mehr Suspense, mehr dieser origniellen Einstellungen, mehr Überraschung am Ende. Leider ist in diesen Belangen ´The 6th Sense´ nun mal kaum zu überbieten und bereits ´Unbreakable´ und ´Signs´ schienen bei aller Qualität eben nur weitere Versionen des ursprünglichen Thriller-Konzepts von ´The 6th Sense´ zu sein. Mit ´The Village´ hat sich dieses Konzept etwas totgelaufen – vorläufig zumindest.
Eine objektive Beurteilung von ´The Village´ als eigenständiger Film ist daher kaum möglich.
Das dankbarste für M. Night Shyamalan wäre wahrscheinlich, wenn er sich ein Pseudonym zulegen würde. Dann wären der Druck und die Erwartungshaltung nicht so stark und die Qualität seiner Werke kämen wieder voll zur Geltung. Leider müsste er dann wahrscheinlich auch auf seine geliebten Gastauftritte verzichten.
Mit ´The Village´ beweist Shyamalan einmal mehr, dass er zu den begabtesten jungen Regisseuren Hollywoods gehört. Handwerklich und erzählerisch perfekt beschreibt er in ruhigen und darum umso spannenderen Bildern das ländliche Leben der Dörfler um Joaquin Pheonix, Adrien Brody und William Hurt. Wo David Fincher auf visuelle Gimmicks oder Michael Bay auf ultraschnelle Schnitte setzt, konzentriert sich Shyamalan einmal mehr auf die Kamera und die einzelnen Einstellungen. Hier spiegeln sich die Überraschungen, die ihn bekannt machten, im kleinen wieder und jede noch so alltägliche Einstellung kann zum Shocker werden. ´Getrickst´ wird dabei nur selten, etwa wenn der Meister sich traditionelle selber vor der Kamera zeigt. Dabei kombiniert er die einzelnen Elemente so virtuos, dass eine übertriebenen Nachbearbeitung mit Effekten oder schnellen Schnitten überflüssig wäre und gekünstelt wirken würde. Wahrscheinlich gehören seine Filme darum zu den wenigen Thrillern, die einen noch aus den Sitzen zu schrecken vermögen.
Ich wage nicht, mehr über den ´The Village´ zu erzählen, um niemandem die Überraschung zu verderben. Denn das gibt´s auch in diesem Shyamalan-Streifen: Die Überraschung am Schluss.

Es scheint, als hätte man besser noch ein halbes Jahr mit der Herausgabe des neuen Dudens gewartet. Die semantischen Perlen, mit denen uns da ´Chronicles of Riddick´ beglückt, gehörten nun wirklich in jedes lexikalische Standardwerk: Es ist schon erstaunlich, in welchem Ernst die Hauptcharaktere, allen voran natürlich Testosteronglatze Vin Diesel, Wörter wie ´Nekromonger´, ´Crematoria´ oder ´General Marshal´ über die Lippen bringen, ohne dabei auch nur mit der Wimper zu zucken. Diese ungewollte (?) Komik verleiht dem Film die nötige Leichtigkeit und einen gewissen Trash-Faktor, was den Film erträglich, ja irgendwie sogar charmant macht.
Es geschehen noch Zeichen und Wunder! Tatsächlich schaffte es dieser kompromisslose Splatterfilm in die Schweizer Kinos. Das hätte ich nun wirklich nicht für möglich gehalten. Darum war ich angenehm überrascht, als ich (spätestens nach dem Vorspann) begriff, dass dies nicht ein weiterer weichgespühlter Teenie-Horrorfilm war, sondern knallharte Splatter-Action der traditionellen Art. Die unvergleichliche, ausserordentlich gelungenen Mischung aus Metzgete und Humor überzeugt auf der ganzen Linie (wenn´s einem denn gefällt). Zwar besteht der Film praktisch nur aus aneinandergereihten Ekelszenen, verdichtet durch Spannungselemente und aufgelockert durch Humor und Fahrstuhlmusik, dies ist aber so konsequent und kompromisslos umgesetzt, dass es tatsächlich funktioniert und man zwar angewiedert, aber mit einem bitteren Grinsen und vor allem prächtig unterhalten, den Kinosaal verlässt.
Und so begab es sich, dass sich der Herrscher von nidwirkli.ch erneut zum Kinematographen aufmachte, um sein undankbares Dasein als Webhost ein weiteres Mal gegen ein paar Stunden Heiterkeit einzutauschen. Weder der strömende Regen noch die Schmach, noch nie ein Buch von J.K. Rowling in den Händen gehalten zu haben, konnten ihn davon abhalten, es sich im Kinosessel bequem zu machen und auf das Beste zu hoffen. Und wahrlich,… er sollte nicht enttäuscht werden.
Da sollte sich Wolfgang Petersen warm anziehen. Was sein Landsmann Roland Emmerich mit ‘The Day After Tomorrow’ (TDAT) präsentiert, übertrifft den lahmen Sandalenschinken ‘Troy’ in allen Punkten bei weitem. Sicher, man könnte dem Film Prädikate wie “anspruchslos”, “unrealistisch” “pathetisch” oder “kommerzieller Mainstream” anhaften… und man würde voll in’s Schwarze Treffen. Nichtsdestotrotz erfüllt TDAT voll und ganz meine (hohen) Erwartungen und übertrifft sie sogar. Ich bin erleichtert.
Nachdem meine Kritik zu ‘Kill Bill Vol. 1 doch eher mager ausfiel, möchte ich dem zweiten Volumen etwas mehr Platz widmen. Dies scheint mir auch dadurch gerechtfertigt, da das zweite Volumen von Kill Bill sogar noch um einiges besser ist als der Vorgänger. Sicher, seit dem ersten Teil ist in Sachen gewalttätigem Film einiges passiert (Gruss an Reverend Gibson), aber trotzdem könnte man den ersten Teil doch als ziemlich gewalt- und schlitzer-lastig bezeichnen. Nicht dass mich das gestört hätte, im Gegenteil. Doch gerade im Vergleich mit dem ersten Teil wirkt Kill Bill Vol. 2 geradezu philosophisch. Das liegt auch daran, dass Tarantino endlich wieder mal einige seiner genialen Dialoge präsentiert.
Ich habe es ja nicht anders verdient: Host@nidwirkli.ch, dachte ich mir, es ist Zeit für einen seriösen Film, ohne Humor, Action und vor allem ohne Halle Berry. Da ich mich dann doch nicht zu einem europäischen Film durchringen konnte, ging ich eben in ’21 Grams’. Eigentlich freute ich mich sogar auf den Film: Sean Penn, Benicio Del Toro, eine Auszeichnung beim Venice Film Festival, und eine nicht chronologische Story. Da kann man ja nicht enttäuscht werden, denn zumindest letzteres bannte mich bei ‘Memento’ und ‘Identity’ gleichermassen.
Empfehlenswert. Vor allem jene, denen ‘Man on the Moon’ gefallen hat, sollten diesen Leckerbissen nicht verpassen!
Nach vergnüglichen fünf Minuten während der Anfangssequenz wird der Film echt schlecht. Da können auch keine Insiderjokes mehr helfen. Dazu verwirrende Musik, die einem andauernd vormacht, man sitze in einem Indiana Jones Film.