Thank You For Smoking

Rating: 4.5

Thank You For SmokingHarley Davidson and the Cancer Boy

Sein wir ehrlich: Der einzige Grund damals, der dafür verantwortlich war, dass ich aufhörte zu rauchen, war, dass mir dieses unsägliche Anti-Raucher Gestürm so auf den Sack ging, dass ich dachte, dieses Generve mit all den Warnungen auf den Werbungen und Packungen würden ein Ende nehmen, wenn ich als Host und somit grösstes Zielgruppensegment der Kampagne kleinbei gebe und somit der ganzen Aktion den Wind aus den Segeln nehme.
Leider habe ich meinen Einfluss auf die öffentliche Meinung wohl ein ganz kleines bisschen überschätzt (obwohl ich mir das fast nicht vorstellen kann), denn noch heute sehe ich diese Reklamen, bei denen ich mich fragen muss ob es nicht ein ganz klein wenig schizophrefephren und inkonsequent ist, wenn man auf diesen achso romantischen Raucheranzeigen eine fussballfeldgrosse Warnung abdrucken muss, dass das Rauchen das Leben deines Steuerberaters gefährden kann.
Kurz: Ja, ich liess mich von der Werbung beeinflussen, und das mit gutem Resultat, denn seit ich nicht mehr Rauche, vertrage ich viel mehr Schnupftabak.

Doch was ist jetzt passiert? In letzter Zeit ertappe ich mich immer wieder erneut, mir zu schwören, wieder mit dem Rauchen anzufangen! Warum fragt Ihr mich? Wegen diesen unsäglichen Anti-Raucher Spots: “Schlau, Du au?” Bei allem Respekt beim Macher dieser Spots,… das ist ja wohl aus der untersten Schublade kreativen Schaffens, und ich meine nicht irgendeine Schublade, sondern die, in die ich mein grosses Geschäft zu erledigen Pflege, wenn meine Toilette wieder einmal verstopft ist.

Sicher, rauchen tötet jährlich tausende von Menschen,… aber diese Kampagne tötet MEINEN NERV, und das ist ja wohl bei aller Bescheidenheit etwas stärker zu gewichten, oder irre ich mich? Eben.

Ach ja, der Film. Thank you for Smoking ist eigentlich wirklich lustig, obwohl nun nicht zum schreien komisch. Aber das ist eine Satire ja selten. Vor allem schön gespielt von allen Parteien; Von Aaron Eckhart, den ich immer noch mit voller Überzeugung und immer wieder gerne mit Thomas Jane verwechsle, William H. Macy, J.K. Simmons, Rob Lowe, der mir bis auf alle Ewigkeit in seiner grandiosen Rolle in Austin Powers im Gedächtnis bleiben wird,… und Samuel L. Jackson… Nein der letztere spielt natürlich nicht mit, aber ich freue mich eben auch auf Snakes on a Plane, obwohl ich mit dem Film gleichzeitig einen ziemlichen Müll erwarte. Und nette Dialoge. Hat der Film. Meine ich. Weiss noch jemand was eine verbale Wortkette ist? Meine Grammatik lässt schrecklich nach in letzter Zeit. Ganz im Gegensatz zu vorletzter Zeit, als man sich noch Mühe gab, Texte zu schreiben,… und von der Zeit davor reden wir nun mal gar nicht, insbesondere darum, da es hier kein “Wir”, sondern nur ein “ich” gibt, das darüberhinaus nicht redet, sondern schreibt,…. weiss übrigens jemand was Logorröh ist, wie man das schreibt, und … was olfaktorisch bedeutet, weiss ich inzwischen wieder, nachdem ich seit Jahren nach diesem Wort gesucht hatte, aber ob es ein Wort für den verbalen Durchfall gibt, der den Zustand nicht in gesprochener, sondern in geschriebener Form beschreibt, weiss ich immer nocht nicht, obwohl vieles dafür spricht, vor allem Klamm und Heimlich, was aber nichts besonderes ist, da Frau Klamm und die geschiedene des alten Stadtrates Heimlich immer etwas zu bequatschen finden, obwohl es ja nichts neues ist, dass das junge Flittchen von gegenüber der Strasse nur etwas mit dem alten Geiferer angefangen hat, um an sein Geld zu kommen, diese Romanze könnte der letzte Nagel in seinem Sarg sein, wobei ich mich zu diesem Thema gefragt habe, ob Aaron Eckharts Name im Film, Nick Naylor, also Nagler, ein Wortspiel gewesen haben sein sollte. Von wegen Sargnagel und so, meine ich.

Noch ein Gedanke zum Schluss: Bilde ich es mir nur ein, oder relativieren die letzten gesprochenen Textzeilen im Film die ganze kritische Stimmung des Themas. Ich hege den Verdacht, der Film könnte bei aller Zynik und Kritik der Raucherindustrie weniger schaden, d.h. willkommener sein, als man das auf den ersten Blick glauben möchte. Aber urteilt selbst, denn der Film ist auf jeden Fall sehenswert.

Archives | First published Aug 25, 2006

Miami Vice

Rating: 3

Miami ViceOhne Flamingos, Alligatoren und Pastellanleitung, dafür mit Socken und Rotzbremse.

Im Grunde warte ich ja schon lange auf eine Crossover Kinoauswertung von Remington Steele und Moonlightning (Das Model und der Schnüffler). DAS wäre was, was ich gerne mal sehen würde. Stattdessen kommt so ziemlich jede erdenkbare TV-Serie aus den Achtzigern auf die grosse Leinwand: Magnum, Knight Rider, Dallas, Baywatch…
Aktuellstes Beispiel dafür ist Miami Vice, die Verfilmung der gleichnamigen TV-Serie namens Miami Vice, die in den Achtzigern unter dem Titel Miami Vice ausgestrahlt wurde und als Miami Vice auch in Europa beachtliche Erfolge feierte. Die Rede ist natürlich… von Miami Vice, der jetzt unter demselben Namen, nämlich Miami Vice, auch in die hiesigen Kinos kommt.
Zugegebenermassen war ich nie ein allzu treuer Fan der Serie, obwohl ich diesen organgen Roboter und den Helikopter, der wie eine ebenso riesige wie rosige Sau angepinselt war, immer superklasse fand.

Zum Glück kann man das aktuelle Kinoabenteuer von Sonny Bono und Davey Crockett auch meisterhaft gut finden, wenn man sich nicht wirklich gut mit dem originalen Stoff auskennt. Denn obwohl Michael Mann auch mit diesem Streifen nicht an sein Meisterstück Heat herankommt, zeigt er eindrücklich, dass er inzwischen ziemliche routiniert erstklassige Thriller, die ebenso visuell wie inhaltlich auf der ganzen Linie überzeugen können, inszenieren kann. Vor allem fürs Auge ist Miami Vice eine ebensolche Weide. Trotz oder gerade wegen dem eigenwilligen Charakter der Digitalaufnahmen, vermag der Film, wie schon Collateral aus demselben Grund, zu faszinieren. Die düsteren, mal körniger, dann wieder hochglänzend daherkommenden Bilder, häufig mit Handkamera gedreht, vermitteln einen ansprechenden pseudo-realistischen Style.

Dazu Colin Farrell’s Matte und ein Schnauz, bei dem Jamie Foxx nur vor Neid erblassen kann. Absolut sehenswert – da könnten sich viele Filme ein Rädchen von abschneiden, insbesondere was die Sensibilisierung gegenüber Körperhygiene angeht. So viel und so schön geduscht wurde nicht mehr seit Blade Trinity.

Archives | First published Aug 25, 2006

Superman Returns

Rating: 3

Superman ReturnsÜber den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein,…

Noch immer klingt mir der Score von John Williams in den Ohren und die Idee, für den Vorspann von Superman Returns in gepflegtem Retro-Style in Anlehnung an die klassischen Superman Filme zu verwenden, finde ich noch immer erste Klasse. Ich hätte Bryan Singer dafür Küssen können,… aber das hätte er dann wohl doch etwas zu sehr gemocht.

Lasst ihn fliegen! Zudem gibt’s zwischen diesem herrlichen Auftakt und den letzten 30 Sekunden des Filmes nicht wirklich viel, was überschwängliches Lob verdienen würde. Oder anders gesagt, es gibt zwar unzählige Elemente, Szenen und Einstellungen, Ideen, Gags und wirklich hervorragende CGI Einstellungen, die alles Lob der Welt verdienen, nur leider funktionierts als Ganzes nicht so ganz. Irgendwo auf dem Weg ging der Spannungsbogen und die packende Story verloren. Brandon Routh spielt zwar einen coolen, ziemlich farblosen Superman, wie es sich gehört, Kevin Spacey hat offenbar Spass an seiner Rolle, obwohl er für meinen Geschmack ruhig etwas mehr Se7en und etwas weniger Dr. Evil miteinbringen hätte können. Die Einstellungen sind phantasievoll gewählt, der Humor stimmt. Aber schlussendlich bleibt das ganze eine unausgegohrende Masse, aus der nichts reifes mehr wird.

Lasst ihn fliegen! Nach dem schönen Vorspann hatte ich eigentlich gehofft, Singer würde irgendwo eine Abzweigung nehmen und den Film von seinen Vorbildern aus den Achzigern etwas stärkeren aktuellen Touch verleihen. Aber trotz all den Digitalkameras und Flachbildschirmen, die zeigen wollten, dass wir nicht mehr im Jahre 1978 sind, war mir der Charakter des Films etwas zu nahe an seinen halt aus heutiger Sicht doch etwas trashigen Vorlagen. Besonders die lustig gemeinten Szenen zwischen Lex Luthor und Kitty Kowalski wären nun wirklich nicht nötig gewesen. Und aus irgend einem unerklärlichen Grund regten mich Luthors Schulterpolster, ja sein ganzes Outfit auf. An dieser Stelle war mir der Film zu retro und zu wenig öp-to-date. Schade, dabei hatte es mit Batman Begins so gut angefangen für die DC Helden.

Drum sage ich, lasst ihn fliegen! Die mit Abstand schönsten Momente im Film sind die, in denen Supie fliegt. Da haben die Macher sich wirklich viel Mühe gegeben. Oder wenn er im Weltraum umherdümpelt, soooo guet. Richtig schön pathetisch. Auf der technischen Seite gibt’s darum nur Lob für Superman Returns. Wäre doch nur an der Story etwas mehr Substanz als was My Super Ex-Girlfriend schon vorweggenommen hat,… hätte das ganze etwas mehr emotionalen Tiefgang, wobei ich nicht die Lovestory meine, sondern den fehlenden Gänsehaut-Faktor, eben das Mitreissende, was Batman Begins oder Spiderman so erfolgreich gemacht hat.

Schade, aber das war wohl eher Mediocre-Man, nicht Superman.

Archives | First published Aug 18, 2006