Selten so gelacht. Ohne nennenswerte Erwartungen und ohne je eine Folge der original ´Starsky & Hutch´ Serie gesehen zu haben, ging ich in diesen Film – und war begeistert. Sicher, ´Starsky & Hutch´ ist nichts weiter als eine Komödie im Buddy Movie Stil. Aber was für eine. Ich bin mir nicht sicher ob es am Timing, dem 70er Jahre Stil oder an den Darstellern liegt. Auf jeden Fall stimmt an dem Film einfach alles. Zwar dient die Story erwartungsgemäss nur als Vorwand, Owen Wilson und Ben Stiller aufeinander losgehen zu lassen. Aber das funktioniert so perfekt, wie ich es schon lange nicht mehr erleben durfte.
Das Team Stiller, Wilson, Dogg, Vaughn und Ferrell spielen liefert zwar nicht Gags am laufenden Band, versprüht aber nonstop Humor und Charme. Und einige Gags sind wirklich zum totlachen.
Die Leichtigkeit und Ernstlosigkeit, mit der ´Starsky & Hutch´ daherkommt ist eine Wohltat und eine wahre Kur für die Lachmuskeln. Man kommt sich vor, als schaue man den Beteiligten des Films beim Drehen nur mal so über die Schulter und dürfe miterleben, was für einen Spass sie dabei hatten. Story, Dramaturgie und Spannungsbogen (die ich sonst für zwingend nötig erachte), werden dabei zur Nebensache, was dem Film aber überhaupt nicht schadet.
Wie immer, wenn ich das Gefühl habe, einem Film nicht gerecht werden zu können, beende ich diese Rezension in der Hoffnung, einen Teil meiner Begeisterung in die Weiten des Internets an meine unzähligen Leser (mehr als zwei sollten´s inzwischen schon sein) gesendet zu haben.
Big Fish
DUDIDUDI dudidudi DUDIDUDI dudidudi – BATMAAAAAN! Naja, die Titelmelodie der Batman Fernsehserie hat so ziemlich gar nichts mit ´Big Fish´ zu tun. Mir war nur danach, die Kritik mal etwas anders in musikalischer Form zu beginnen und bei dieser Gelegenheit ein Statement abzugeben, wie toll ich die beiden Batman Filme, die von Tim Burton mit Michael Keaton in der Hauptrolle realisiert wurden, finde. Hoppla, mit Tim Burton sind wir ja doch schon beim Thema ´Big Fish´ angekommen.
Leider hat mich mit Big Fish einmal mehr ein Film enttäuscht, in den ich die grössten Erwartungen hatte. Ein modernes Märchen mit tollen Schauspielern und einer Menge schwarzem Humor stellte ich mir vor – und bekam das auch. Bis auf den schwarzen Humor, der für meinen Geschmack etwas zu selten und zu harmlos daherkommt.
Leider tritt die Story, die bisweilen an ´Forest Gump´ erinnert , trotz cleveren Sprüngen in der Erzählweise etwas an der Stelle. Man hat das Gefühl, es hätte mehr aus der originellen Idee gemacht werden können, Realität und Fiktion nebeneinanderzustellen und dabei immer mehr miteinander zu vermischen. Doch wenn der Film sich dem Ende nähert, merkt man, dass das fantastische Potenzial des Filmes anscheinend nicht ganz ausgeschöpft wurde und dass es das eben nun schon war.
Wenigstens wird man am Ende mit einem fantasievollen Schluss überrascht, das der Grundstimmung des Filmes wieder gerecht wird.
Zuvor spielen sich Ewan McGregor (der mich übrigens mit jedem Film mehr überzeugt, dass er wirklich ein Top-Schauspieler ist), Albert Finney (der ja tatsächlich vor etwa 30 Jahren den Hercule Poirot im ´Mord im Orientexpress´ gab*, wie ich zufälligerweise gestern mitbekam) und Billy Crudup, (den ich hingegen kaum wiedererkannte, seit er mich in ´Almost Famous begeisterte)´, …als hätte ich jetzt noch eine Ahnung, wie ich den Satz beenden wollte.
Auf jeden Fall ist die schauspielerische Leistung aller Beteiligten erwartungsgemäss grandig**.
Wenn ich mir ´Big Fish´ selbst aus dem Tim Burton Buffet schöpfen dürfte, hätte ich mir mehr Humor aus ´Mars Attacks´ und die stimmungsvoll düstere Atmosphäre aus ´Sleepy Hollow´ auf den Teller gepackt. Und natürlich hätte Halle Berry nicht mit mitspielen dürfen. Zwar kommt Sie gottlob in Big Fish auch so nicht vor, aber zu erwähnen, dass Halle Berry nicht mitspielen sollte, schadet nie, egal in welchem Kontext.
Kurz: ´Big Fish´ sollten alle Fans des gemütlichen Fantasie-Familien-Films und Fans von Tim Burton gesehen haben. Aber ein Meisterwerk sollte man nicht erwarten, sonst wird man nur unnötig enttäuscht.
*): “eine Rolle geben”. Eine Formulierung, die mir ganz und gar nicht passt, bei der mir immer alte Möchtegern-Diven aus dem deutschsprachigen Raum in den Sinn kommen, ich aber trotzdem mal verwenden wollte, weil sie gerade in den Satzbau passte.
**) Wenn ich schon dabei bin, noch so eine furchtbare Worthülse, die ich gleich noch obendrauf gebe: “Grandig”. Ich glaube das heisst so viel wie “grandios”, bin mir aber nicht sicher, und für so eine Phrase verschwende ich nicht meine Zeit, in einem Duden nachzuschlagen, obwohl das längst erledigt wäre, wenn ich diese Erklärung nicht auch noch getippt hätte.
